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NomenklaturEinklappen
wissenschaftl. Name: Andinobates bombetes (MYERS & DALY, 1980)

Etymologie:
Das bombetes entstammt dem Griechischen und bedeutet "Summer". Es nimmt Bezug auf den Ruf der Art der ein lauter Summ-Ruf ist.


Synonyme:
FROST (2004):

Ranitomeya bombetes (GRANT, FROST, CALDWELL, GAGLIARDO, HADDAD, KOK, MEANS, NOONAN, SCHARGEL & WHEELER, 2006)
Dendrobates bombetes (JUNGFER, LÖTTERS & JÖRGENS, 2000)
Minyobates bombetes (MYERS, 1987)
Dendrobates bombetes (MYERS & DALY, 1980)

englischer Name: Cauca Poison Frog
deutscher Name: Cauca Baumsteiger
französischer Name: Minyobate bourdonnant
niederländischer Name:
schwedischer Name: Cauca-dvärggiftgroda
SystematikEinklappen
Klassifizierung:
Amphibia->Anura->Dendrobatoidea->Dendrobatidae->Dendrobatinae->Andinobates->Andinobates bombetes (MYERS & DALY, 1980)

Gruppe:
sensu GRANT ET AL. (2006)

BedrohungsstatusEinklappen
Anhang II des WA. Anhang B der EU-ArtSchVO(EG). Meldepflichtig nach BArtSchVO.

Aufgrund der aktuellen Größe des Lebensraumes (weniger als 5000km2), der Fragmentierung der Biotope und der fortwährenden Abholzung der kolumbianischen Anden, ist diese Art in der Roten Liste als gefährdet eingestuft worden. (IUCN, 2004)

BeschreibungEinklappen
Größe
Kleine Ranitomeya Art mit einer von 16-20mm.


© 2008 Thorsten Mahn
Körpermerkmale:
Schwarz bis dunkelbrauner Körper. 2 orange bis rote , die nicht metallisch glänzen. Die Streifen beginnen auf der Schnauzenspitze und enden meist auf der hälfte des Körpers, wobei sie sich zum Rektum hin verjüngen. Sie können aber auch bei wenigen Exemplaren über den gesamten Rücken verlaufen. Auf der Schnauze sind die Streifen verbunden und bilden ein U. Hinter dem Kopf finden sich auch oft rötliche Flecken von der selben Farbe wie die Steifen. Diese können auch mit den Steifen verbunden sein. Dorsal finden sich häufig sehr schwache Flecken oder Sprenkel die an eine unterbrochene Ventrallinie erinnern. Die Oberlippe und die Oberarme sind von der gleiche Farbe wie die Dorsolateralstreifen. Auf den Oberschenkeln finden sich manchmal rötliche oder blass grüne Flecken. Auf der Oberseite von Händen und Füßen sind kleine blass-grüne, blau-grüne oder gelbliche Flecken. Die Finger und Zehen sind hellbraun oder grau-braun. Die Handflächen und Fußsohlen sind hingegen schwarz-grau. Die Körperseiten sind schwarz oder braun wie die Dorsalseite mit ein paar gelb-grauen Flecken oder Streifen. Die Ventralseite ist auffällig schwarz marmoriert oder gespenkelt auf blass-grün, blass blau-grün oder blass gelb-grau. Im Licht sieht die Grundfarbe fast weiß aus! Die Unterseite der Arme ist hauptsächlich schwarz mit wenigen kleinen Punkten der hellen Bauchfärbung. Die Iris ist dunkel braun. Zunge und Mundraum sind schwarz-grau und es sind keine Zähne vorhanden. Die frisch abgeworfene Haut nach der Häutung ist schwarz-grau. Auf dem Rücken und auf der Oberschenkeln findet sich eine grobe Granulierung, die Ventralseite ist nicht so stark granuliert. Die Granulierung nimmt bei der Konservierung ab und bildet sich teilweise komplett zurück. Die Tiere haben keine Signalflecken. Erster Finger ist kürzer als der zweite (~3/4). Die Fingerscheibe am dritten Finger beträgt 1.4-2.2 die Fingerbreite. Bei Männchen finden sich größere Fingerscheiben. : 3 > 4 > 2 > 1; : 4 > 3 > 5 > 2 > 1. Schwimmhäute sind nicht ausgebildet. (MEYERS und DALY, 1980)


Abb.: Ventralansicht Ranitomeya bombetes
© 2009 Ian Rogers
Größe vergleichen:


Dorsal- und Ventralbild vergleichen:



Variation:
Trotz verschiedener Fundorte ist nur eine Farbvariante bekannt. Die farblichen Abweichungen sind minimal. (nach MEYERS und DALY, 1980)


Alter:
Aufgrund von Daten ähnlich großer Arten ist ein Alter von 5-10 Jahren wahrscheinlich.


Geschlechtsreife:
Eine Geschlechtsreife im Alter von 8-12 Monaten ist wahrscheinlich.


Hautgifte:
Die Haut beherbergt Piperidine Hautgifte, einschließlich Pumiliotoxin-A und -C. Histrionicotoxin sind nicht vorhanden. Es wurden 15 bis 17 Gifte pro Population gefunden. (MEYERS und DALY, 1980)

Gelege und LarvenEinklappen
Merkmale Gelege:
Keine Daten vorhanden.


Merkmale Larven:
Die Quappen sind grau-braun. Das ist sinistral und liegt tief.


Mundfeld Kaulquappe R. bombetes GOSNER Stadium 25
nach MYERS & DALY, 1980

Mundfeld vergleichen:


Entwicklungszeiten:
Keine Daten vorhanden.


Verhalten (Ethologie)Einklappen
Allgemeines Verhalten:
R. bombetes ist ein Bodenbewohnender Frosch, der bevorzugt in der Laubschicht lebt. Er ist Tagaktiv und extrem Territorial. Die Nahrung im Biotop besteht aus der größe entsprechende kleine Insekten, vermutlich auch Ameisen.


Revierverhalten:
Keine Daten vorhanden.


Brutpflegeverhalten:
Es wurde beobachtet das Männchen jeweils ein bis zwei Quappen in Stadium 25 transportieren. Die Quappen lagen mit dem Kopf nach vorne auf dem Rücken der Männchen und sind relativ groß im Verhältnis zu den adulten Fröschen. Dabei hielten sie sich nicht mit dem Mund fest, sondern "kleben" an einem schleimigen Sekret auf dem Rücken des Männchens. Diese Verbindung ist sehr stabil, was auf eine recht lange Tragezeit hindeuted. Im Biotop wurden keine Quappen in Phytotelmata gefunden, obwohl Bromelien und Wasseransammlungen bis in 2m höhe vorhanden waren. (MEYERS und DALY, 1980)


Lautäußerung (Vokalisation):
Kurzer, lauter und weit reichender (buzz-call), den man im lichten Wald bis zu 20m weit hören kann. Die Männchen rufen bevorzugt auf erhöhten Blätterhaufen, aber auch unter Blättern der lockeren Laubschicht. Die Länge des Rufes schwankt zwischen 0,9 und 1,7 Sekunden. Die Pulsrate beträgt 113-134 Pulse pro Sekunde und die Dominazfrequenz liegt bei 4000-8000 Hz. Diese Werte liegen bei den Rufen von verschiedenen Individuen bei der gleicher Temperatur näher zusammen. Bei steigender Temperatur erhöht sich die Pulsrate und verkürzt sich die Ruflänge (+3ºC = +15-16 Pulse pro Sekunde) (MEYERS und DALY, 1980)


Abb.: Sonagramm aus MYERS und DALY, 1980
Sonagramm vergleichen:

LebensraumEinklappen
Typenfundort der Erstbeschreibung
''Berge oberhalb der südlichen Seite des Lago de Calima, auf 1580-1600 m Höhe, etwa 2 km Luftlinie südwestlich des Dorfes Puente Tierra , Departmento Valle del Cauca, Kolumbien. Der Fundort liegt ca. 50 km nördlich von Cali, am Berg oberhalb Kilometer 23 der derzeitigen Straße Loboguerrero-Buga (3° 52´ N, 76° 25´ W).''


Verbreitung:

Die westlichen Anden im Tal von Cauca, Kolumbien, in Höhen von 670-1600 Metern. Nach MEYERS und DALY liegt das untersuchte Verbreitungsgebiet bei 3° 47´ bis 52´ N, 76° 25´ bis 41´ W. Aufgrund der großen anpassungsfähigkeit der Art an verschiedene Habitate, ist ein weit größeres Verbreitungsgebiet durchaus möglich. Trotzdem beschränkt sich das bekannte Verbreitungsgebiet Aufgrund von Abholzung und Bebauung nur noch auf vereinzelte Restwaldinseln. (MEYERS und DALY, 1980)

Es gibt ein weiteres Vorkommen bei der Stadt Pereira in 1640m Höhe (2003), in einer ehemaligen Kaffee Plantage von ca. 12 ha größe. Diese Plantage wurde an die Universidad Tecnológica de Pereira vor 20 Jahren übergeben, welche sie renaturisiert hat. In der Nähe von Pereira (500.000 Einwohner) ist es eines der letzten natürlichen Waldvorkommen. (GONZÀLEZ, pers. Mitteilung)



Abb.: Verbreitungsgebiet Ranitomeya bombetes
© 2008
Thorsten Mahn
(
682
)
Daten von OpenStreetMap - Veröffentlicht unter CC-BY-SA 2.0
Biotop:
Es sind nur wenige Biotope bekannt, die jedoch von Vegetation und Klima erhebliche Unterschiede aufzeigen.

Quebrada de la Chapa
Der an den Hängen neben dem Fluß wurde gerodet und durch mit Kaktus umrandeten lichtem Wald ersetzt. In dieser Region kommt es zu relativ wenig Niederschlägen. Die Frösche fanden sich an beschatteten Stellen in trockenem Schilf und an feuchten Bereichen nahe des Wassers.

Lago de Calima
Dieser Fundort liegt ca. 30 km nordöstlich und 800m höher als der Fundort Quebrada de la Chapa. Hier ist das Klima bedeutend kühler und es ist regnerischer. Die Frösche fanden sich in feuchtem Montanwald, der nur noch in isolierten Inseln an den Hängen vorhanden ist. (1976 !) Die Waldinseln bestanden aus Hochaufgewachsenen Bäumen und dichtem buschigem Unterwuchs der wenig Baumfarne enthielt. Palmen fanden sich nicht. Moos war auch nur spärlich vorhanden. Dafür gab es reichlich breitblättrige Epiphytes (Araceae). Bromelien wuchsen nur in großer Höhe auf den Bäumen. Der Bodengrund ist mit Krautartigen Flanzen und Farnen bewachsen. Zusätzlich fand sich eine Laubschicht von 0,30 bis 0,60cm an den Füßen von einigen Bäumen. Die Waldinseln waren nur ca. 500m im Durchmesser. In anderen Waldinseln in einiger entfernung fanden sich keine Exemplare. Scheinbar kommt R. bombetes nur Punktuell vor. Allerdings wurde der Fundort in einer recht trockenen Zeit (Februar 1976) besucht. In dieser Zeit wurde nicht gerufen. (MEYERS und DALY, 1980)

Klima:
Wie schon unter Biotopen beschrieben, kommen im Tal von Cali verschiedene Mikro-Klima vor. Dies ist abhängig von den Regenschattenbereichen z.B. im oberen Rio Dagua Valley.
Jährlich gibt es zwei Regenzeiten (April und Oktober) und zwei Trockenzeiten, die aber nicht extrem ausfallen. Die Durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge liegt bei 1000mm.




Haltung im TerrariumEinklappen
Terrarium/Einrichtung:
Da diese Art vermutlich nicht in Terrienhaltung ist, werden hier nur allgemeine Empfehlungen gegeben.
Regenwaldterrarim ab 40x40x40 cm
Beregnungsanlage und Nebler emppfohlen


Temperaturen:
Tags 18-24 °C, Nachtabsenkung um 4-5 °C
Jahrestemperaturschwankung minimal (1-2 °C)


Luftfeuchte:
70-80%, zur mittagszeit bis 70%, morgens und abends 100% (Nebel)


Ernährung:
Übliche kleine Futtertiere
Drosophila, Mikro-Heimchen, Springschwänze, Wiesenplankton


Varianten in Terrarienhaltung:
Holotyp
Pereira
Daten errechnet aus von Nutzern gemeldeten Fröschen (Home->Meine Frösche) und den aktuellen Inseraten.
stand 20.03.2017 15:48 Uhr
ReferenzenEinklappen
CITES (2005): Convention on International Trade of Endangered Species of Wild Fauna and Flora.
XXOnlineversion: 11.08.05. Electronic Database accessible at http://www.cites.org/index.html
FROST, D.R. (2007): Amphibian Species of the World: an Online Reference. Version 5.0 (1.02.2007).
XXElectronic Database accessible at http://research.amnh.org/herpetology/amphibia/index.php
XX Am.Mus.Nat.Hist. New York, USA.
GOSNER, K.L. (1960): A Simplified Table for Staging Anuran Embryos and Larvae.
XX-Herpetologica, 16: 183-190
GRANT, T . , FROST, D. R. , CALDWELL, J. P. , GAGLIARDO, R. , HADDAD, C. F. B. , KOK, P. J. R. ,
XXMEANS, D.B. , NOONAN, B. P. , SCHARGEL, W. E. & W.C. WHEELER (2006): Phylogenetic
XXsystematics of dart-poison frogs and their relatives (Amphibia, Athesphatanura, Dendrobatidae).
XX - Bulletin of the Am.Mus.Nat.Hist. 299. (PDF)
IUCN, Conservation International, and NatureServe. (2009): Global Amphibian Assessment.
XXwww.globalamphibians.org. Downloaded on 15 October 2004.
MYERS, C.W., DALY, J.W. (1980): Taxonomy and Ecology of Dendrobates bombetes,
XXa New Andean Poison Frog With New Skin Toxins. - Am.Mus.Nov. 2692: 1-23. (PDF)
Zitierung:Einklappen
OSTROWSKI, T. & T. MAHN (2017): Artbeschreibung Andinobates bombetes.
- Dendrobase.de - Eine Online-Datenbank der Familie Dendrobatidae (Anura).
http://www.dendrobase.de/html/D_andinobates_bombetes.html; Stand: März 2017
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FotosEinklappen

Ranitomeya bombetes
"Dagua"
Departamento Valle de Cauca
© 2008
Thomas Ostrowski
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Ranitomeya bombetes
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© 2011
Gert Benaets
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