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Panama Februar 2006Einklappen
Rundreise durch Panama
Februar 2006
19 Stunden Flug, 2 x Umsteigen, inklusive Fingerabdruck und Fahndungsfoto - das schlaucht. Um 22:00 Uhr standen wir nun endlich vor dem internationalen Flughafen "Juan Santa Maria" in San José, Costa Rica. Richtig genießen konnten wir den Moment jedoch nicht. Es galt zunächst ein fahrtüchtiges Taxi zu ergattern. Gegen 23:00 Uhr erreichten wir dann völlig erschöpft eine kleine Jugendherberge, wo ein Kumpel von Thomas ein Zimmer für uns reserviert hatte.

San José lag, wie so oft, unter einer Dunstglocke aus Abgasen und Staub. Die Luft roch für uns jedoch nach Urlaub. Urlaub pur! Trotz der späten Stunde ließen wir es uns nicht nehmen das Nachleben in diesem Vorort zu erkunden. Allerdings reichte die Kraft nur noch auf ein schnelles Imperial (soll wohl ein Bier sein) in einer kleinen Hinterhof-/Garagenbar. Diese hätte in Deutschland wohl nie irgendeine Abnahme bekommen. Dann gings ab in die Koje.

Vom Busbahnhof "Terminal de Caribe" fuhren wir im Morgengrauen an die Karibikküste. Der Weg führte uns durch den "Parque Nacional Braulio Carillo", eines der letzten karibischen Primärwaldgebiete in Costa Ricas.
Gegen 10 Uhr erreichten wir Cahuita, was gerade einmal nicht von Gringos und einheimischen Städtern überlaufen war. Dieses Örtchen besteht aus vielleicht 30 Hütten, von denen die Hälfte Internet Cafés oder kleinen Hotels sind. Wir bezogen Pension in einem schlichten Hotel nahe des traumhaften Strandes. Den Vormiitag nutzen wir für unser erstes Bad in der Karibik und für die Erkundung des angrenzenden Schutzgebietes. Dieser Nationalpark etwa 7 km entlang des Badestrandes. Obwohl dieser Strand am Wochende von dutzdenden Kurzurlaubern aus dem Valle Central besucht wird, findet sich keinerlei Müll oder dergleichen. Ein schönes Beispiel dafür, wie die Ticos ihre Natur achten.

© 2005 Michael Isensee

Bucht von Cahuita
© 2005 Michael Isensee

Downtown
© 2005 Thorsten Mahn
Nachdem die Mittagshitze etwas abgeklungen war, machten wir uns zu Fuß auf den Weg in die Berge westlich von Cahuita. Nach circa 2 Kilometern staubiger Schotterpiste erreichten wir den Waldrand. Wir folgten zunächst einem kleinen Pfad, schlugen uns dann jedoch schnell ins Unterholz. Für 3 von uns immerhin der erste Kontakt mit "echtem" Regenwald. Stephan war der erste der einen halbwüchsigen Dendrobates auratus fand. Insgesamt fanden wir 5 Tiere.
Wenig später stoppte Thomas plötzlich an einem kleinen Bach! "Habt Ihr das gehöhrt? Ein Lugubris!" Wärend wir uns noch fragend anguckten, verschwand Thomas im Gestrüp am Ufer des Baches, um ein paar Sekunden später grinsend mit einem Phyllobates lugubris in seinem Fangbecher zurückzukommen. Zur Krönung dieser ersten Tour fanden wir noch ein Nest der Veintequatro, der 24-Stunden-Ameise (Paraponera clavata). Echt fiese die Viecher! 4 cm Körper, dicker Stachel und 24 Sunden Schmerz inclusive.

Biotop von D. auratus
© 2005 Thomas Ostrowski

Biotop P. lugubris


© 2005 Thomas Ostrowski

© 2005 Thomas Ostrowski

D. auratus "Karibikseite"
© 2006 Thomas Ostrowski

P. lugubris "Cahuita"
© 2007 Thomas Ostrowski

Die P. clavata wird als "Hormiga Veinticuatro" wegen ihres 24 Stunden wirkenden sehr schmerzhaften Giftes bezeichnet.
Quelle: Wikipedia, 2007

Morgend, halb Zehn in Cahuita
© 2006 Thorsten Mahn
Am 4. Tag unserer Reise verließen wir Costa Rica über den Grenzübergang Sixaola/Guabito. Ein abenteuerlicher Grenzübergang, der aus 2 Grenzerhütten und einer maroden Brücke besteht, die von LKWs, Zügen und Fußgängern gleichzeitig genutzt wird. "Gleichzeitig" ist dabei im weiteren Sinne zu fassen, da zur gleichen Zeit eigentlich kein Platz für Menschen und Fahrzeuge vorhanden ist.
Von Changuinola ging es in einem Kleinbus mit ca. 20 Einheimischen (bei uns sind diese Busse mit maximal 9 Personen besetzt) durch die Bananenplantagen bis Almirante weiter. Von hier ging es dann über Chiriquí Grande in die Berge. Am Lago Fortuna herrschte furchtbarer Sturm. Und wenn ich Sturm schreibe, meine ich das auch so. Direkt auf der Wasserscheide, neigte sich der voll besetzte Bus bedenklich zur Seite. Dazu war die Temperatur auf unangenehme 15 Grad gesunken und es nieselte. "Baja Recce" wird dieser Regen, der über den Bergspitzen direkt aus den Wolken kondensiert, genannt.
Ein paar Kilometer weiter lassen wir uns bei der „Finca de Suiza“ absetzen. Nach kurzem Gespräch mit einer Angestellten (und ihrem Hund, der zur Begrüßung meine Hose oder auch etwas Frischfleisch kosten wollte), entschieden wir uns zu Fuß zur Finca zu laufen. Sind ja nur 2 Kilometer. In diesem Fall allerdings direkt nach oben! Na gut, es waren nur 50 Höhenmeter, was aber in der Mittagssonne nicht viel Spaß macht. Ach ja, unsere 20 Kg Gepäck pro Person hatten wir natürlich auch dabei.
Auf dem Grundstück der Schweizer gab es 2 Wanderwege. Nach dem wir unser Zimmer bezogen und uns etwas ausgeruht hatten, machten wir uns an den kurzen Wanderweg. Sollte wohl vor dem Abendessen zu schaffen sein. Nach 4 Stunden kamen wir kurz vor dem Dunkel werden zurück, gerade pünktlich für das vorzügliche Abendessen.
Insgesamt war die „Finca la Suiza „ die beste Pension unserer Reise. Allerdings auch die teuerste, die zwei Übernachtungen verschlangen gut die Hälfte unserer 14-Tage-Vor-Ort-Urlaubskasse!

La Frontera
© 2006 Thomas Ostrowski

Finca la Suiza
© 2006 Michael Isensee

Baja Recce
© 2006 Thomas Ostrowski
Am nächsten Morgen machten wir uns mit dem Bus in Richtung Serrania de Talamanca auf, um hoffentlich O. arborea zu finden. Unser Plan wurde jedoch schnell abgeschrieben, da auf dem Pass die Sichtweite auf Grund von Wolken und Nebel ungefähr 1 Meter betrug. Bei diesen Bedingungen rufen O. arborea nicht, was ein Auffinden unmöglich machten. Kurz entschlossen fuhren wir daher weiter Richtung Karibikküste, wo wir uns am Flugplatz von Rambala den Bus verließen. Laut Thomas gab es hier gleich in der Nähe O. pumilio, nur so etwa 2 Kilometer Weg. Nachdem wir ungefähr eine halbe Stunde abwechselnt duch Regen und Sonne gewandert sind, fragte der erste vorsichtig, wie weit es denn noch währe. "Ist gleich so weit, hinter der nächsten Kurve fängt der Wald an.". Nach der Kurve fanden sich allerdings nur Wiesen. "Oh, da haben sie aber kräftig abgeholzt. Aber weiter als 2 Kilometer kann es gar nicht mehr sein...". Das Spiel wiederhohlte sich noch 1 bis 2 mal, dann standen wir an einem bewaldeten Hang und hörten endlich das monotone schnarren hunderter Pumis. Nachdem wir uns kräftig mit Mückenmittel getränkt hatte - fing es dann auch wieder an zu regnen. Was solls, hat ja vorher auch immer nach 5 Minuten wieder aufgehöhrt, also nix wie rein ins Unterholz. Die Hänge entpuppten sich als aus glitschigem, orangen Lehm bestehend und waren zur Touristenabwehr noch mit einer tückischen Schicht nassen Laub bedeckt. Alle 3-5 Meter standen stachelige Palmen, in deren abgestorbenen Blättern die Pumilios lebten. Zusätzlich flüchteten in der Laubschicht diverse Silverstoneia flotator vor unseren mitteleuropäischen Plattfüßen. So rutschten wir nun Halt suchend im strömenden Regen durch den Wald. Viele Fotos konnten wir aufgrund des Regens leider nicht machen. Nach vielleicht 40 Minuten im Regen beschlossen wir, uns auf den Weg zurück zur Hauptstraße zu machen. Ob uns der Bus überhaupt mitnehmen würde, so wie wir aussahen?
Nach 5 Minuten hörte es auf zu regnen, und unsere Klamotten wurden im Nu trocken. Wenig später rumpelte ein Pick-Up über den Weg. Ob wir so kaputt aussahen oder der Fahrer einfach nur ein freundlicher Mensch war, weiß ich bis heute nicht, aber er fragte uns, ob wir mit fahren wollen. Wir nahmen das Angebot natürlich dankend an und standen kurz darauf auf der Ladefläche des Pick-Up.
Zurück in der Finca ließen wir den Abend mit einem leckeren Essen ausklingen und gingen dann schnell ins Bett. So ein Urlaub ist doch anstrengend... und für den nächsten Morgen hatte Tommy die Abfahrt gegen 6:00 Uhr angesagt.

Gefährliche Weg zu den Fröschen
© 2006 Michael Isensee

Pferd mit Regenhaube
© 2006 Thorsten Mahn

Kleine Frösche im großen weiten Wald
© 2006 Thomas Ostrowski
Zum letzten mal bewältigten wir den Weg mit den 20 Kilo Gepäck zur Straße hinab. An der Hauptstraße herrschte mal wieder Windstärke 10 (unsere 20 kg Rucksäcke wurden mal eben umgeweht) und dazu natürlich Nieselregen.
Wir waren froh, als wir im Bus diese feucht-kalte Gegend verlassen konnten und langsam in das während der Trockenzeit eigentlich immer sonnige Tiefland im Windschatten der Cordilleren kamen. Was für ein Unterschied. Nach knapp 2 Stunden Fahrt herrschte 45° C im Schatten (den es nicht wirklich gab). Hier unten war nach 3 Monaten Trockenzeit alles verdörrt. Wir erkundeten kurz die drittgrößte Stadt Panamas, David und organisierten dort einen Mietwagen.

Netter "Gast" in meinem Bett
© 2006 Thorsten Mahn
Die Straße nach Boquete führt schnurgerade und kaum merkbar ansteigend in die Berge. Wer sich wundert, das hier alles etwas anders aussieht, liegt ganz Richtig. Das Dorf Boquete wurde von europäischen Auswanderern gegründet. Wir kehrten in der Pension Topas ein. Der Deutsche, dem dieses Haus gehöhrt bekamen wir jedoch den ganzen Aufenthalt über nicht zu Gesicht. Laut Aussage der Angestellten, läßt er sich in letzter Zeit kaum noch in der liebevoll aufgebauten Anlage blicken. Erste Verfallsspuren waren daher leider schon zu sehen.
Da es noch einge Stunden hell blieb, entschieden wir uns, eines der Täler hinter Boquete zu erkunden. Hier gibt es zwar keine Dendrobaten, dafür aber eine vielzahl wunderschöner Orchideen, Farne und Moose. Zum Abendessen gingen wir dann in eine kleine Pizzaria im "Centrum" von Boquete, die ich gerne weiter empfehle.

"Volcan Baru" auf dem Weg nach Boquete
© 2007 Thomas Ostrowski

Valle de Boquete
© 2007 Thomas Ostrowski

Pansion Topas
© 2006 Michael Isensee
Mit dem geliehenen Toyota ging es am nächsten Tag entlang der Carretera Interamericana in Richtung Süd-Osten bis zum Río San Felix, den wir einige Kilometer Flußaufwärts folgten. Auch hier herrschte drückende Hitze und wir hatten ernsthafte Zweifel, ob es hier Frösche geben könnte. Von einem Bekannten hatten wir einen sicheren Fundort erhalten. Wir parkten das Auto so gut es ging im Schatten und kletterten die Uferböschung hinab. Während der Trockenzeit sollten sich die D. auratus unter Steinen in der Nähe des Flusses versteckt halten. Wir zweifelten jedoch schnell an dieser Beschreibung, da es unter den Steinen bis an die Uferkante knochentrocken war. Am Ufer stand das Wasser des Flußes direkt unter den Steinen. Hier konnte es keine Frösche geben. Immerhin fanden sich unter den Steinen jede Menge Skorpione. Während sich die Anderen mit dem Fotografieren von Symbioseameisen beschäftigten, erkundete ich das Ufer flußabwärts. An einem kleinen Seitenarm stutze ich. Da war doch eine Bewegung im Laub vor mir. Vorsichtig schob ich das Laub zur Seite und legte die Steine im Uferbereich frei. Hier war es schattig und die Steine waren leicht feucht. Gleich nach dem Umdrehen des ersten Steines schaute mich ein erschrockener D. auratus an. Noch während ich ihn etwas überrascht ansah, sprang er ins nahegelegene Laub. Nun waren alle Skorpione vergessen und nach etwas Wühlen saß der Kleine in meinem Fangbecher. Nach dem Ablichten dieses ersten Frosches machten wir uns daran, den schattigen Uferbereich weiter zu untersuchen. Wir konnten insgesamt 15 Frösche fangen und vermessen. Viele gingen jedoch im Laub durch die Lappen. Die Mehrheit der Tiere waren erstaunlicherweise subadult. Hier schien sich die Kinderstube zu befinden.
Nach einem erfrischendem Bad im Río San Felix, machen wir uns glücklich über die erfolgreiche Suche auf an die Pazifikküste bei Las Lajas. Hier betrug die Temperatur wieder trockene 40 Grad. Hier würde kein Frosch überleben können.
Unter der Woche finden sich nur wenige Badegäste an dem beliebten Badestrand. Wir hüpften paarweise (Taschen sollte man auch hier nicht unbeaufsichtigt lassen) über den heißen Sand in die erfrischende Brandung. Schrieb ich erfrischend? Pipiwarm wäre wohl eher die Beschreibung für die Temperatur des Pazifik. Unter den mit Palmwedeln bedeckten Hütten am Strand genossen wir den Rest des Tages und diskutierten die vergangenen Tage und die weiteren geplanten Ausflüge.
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Nachdem wir die letzen Tage nur nach Fröschen geforscht hatten, stand nun ein bischen Kultur auf dem Plan. Vom Flugplatz bei David ging es mit einer zweimotorigen Maschine nach Panama City. Direkt am Inlandsflughafen liegt der neue Busterminal, der uns nach den bisher eher ländlichen Gegenden an einen modernen Flughafen erinnert. Sehr zu empfehlen ist das traditionelle Restaurant "Nicos Café" am Ende der Abfertigungshalle.
Panama City ist eine Stadt mit vielen Gesichtern. Die Altstadt, die übel zugerichtet wurde, als Die Amis 1989 Noriega raus gebombt haben, befindet sich zur Zeit noch im Wiederaufbau. Ironischer Weise werden die alten Häuser im Kolonialstiel von Amerikanern, die es "Chick" finden, hier eine Residenz zu haben, für viel Geld renoviert. Und mit viel Geld sind Millionenbeträge für völlig marode Bauten gemeint! Die Verwaltung von Panama City achtet zum Glück peinlich genau darauf, das die Häuser im originalen Zustand hergerichtet werden. Vom Paseo de Bovedas, der Uferpromenade an der Südspitze der Altstadt, blickt man auf zwei Gesichter der Stadt. Richtung Westen sieht man die bunten Hochhäuser der Slums nahe des Flughafens. Für Touristen ein absolutes "NO GO" ! In Richtung Norden schießen die Wolkenkratzer der neuen Stadt aus dem Boden. Gerüchtehalber gehören die meißten einigen wenigen kolumbianischen "Geschäftsleuten"...
Von hier aus gesehen hinter den Hochhäusern liegt "Panamá Viejo", das im Jahre 1671 von Freibeutern niedergebrannt wurde. Die Mauerreste sind von einer gepflegten Parkanlage umgeben, in der wir auf Fußball spielende Kinder und eine Geburtstagsfeier trafen. So etwas wäre in einer historischen Grabungstätte in Deutschland wohl kaum möglich. Müll oder Graffiti findet sich hier übrigens nicht.
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Nur wenige Kilometer nahe der Großstadt Panama City befindet sich der Parque Nacional Soberanía, der sich östlich des Kanals erstreckt. Wir fuhren die Straße von Paraíso nach Chilibre bis zu jener Stelle, an der sie den Camino de Cruces kreuzt. Schon von der Straße aus hörten wir das Geheul von Motorsägen. Konnte das sein, hier im Park? Wir folgten dem Camino circa 2 Kilometer bis zu einer fast ausgetrockneten Quebrada (kleiner Bach). Der Wald war bis auf diese Stelle knochentrocken. Inzwischen hatten wir die "Motorsägen" mehrfach passiert, ohne eine Menschenseele gesehen zu haben. Es waren hier natürlich keine Baumfäller am Werke, vielmehr machen die Zikaden einen Lärm, der Motorsägengeheul in nichts nachsteht.
An den letzten Pfützen des kleinen Baches flüchteten sogleich mehrere S. flotaor vor uns. Unser Augenmerk bezog sich aber auf die hier vorkommenden Variante von D. auratus. Hier sollten sich Tiere mit schwarzem Körper und leuchtend gelb-grünen Punkten finden lassen. Es dauerte auch nicht lange, bis wir im ausgewaschenen Wurzelwerk am Flußufer den Ersten fanden. Wie sich herausstellte, waren die Auratus wie schon am Río San Felix auf einem kleinen Bereich konzentriert, an dem es noch etwas feuchter war. Nur wohin gehen sie, wenn auch dieser austrocknet? Vermutlich ziehen sie sich noch weiter unter Steine und Wurzeln zurück.
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Wärend die Anderen zwischen den Wurzeln nach Auratus suchten, wollte ich dem Flußlauf folgen, um nach anderen froschverdächtigen Stellen Ausschau zu halten. Ich kam jedoch keine 4 Meter, da lag ein gut getarntes Kneul keine 2 Schritte vor meinen Füßen im seichten Wasser. Zwischen dem Laub und den Steinen war die Lanzenotter Botrops asper wirklich gut getarnt. Einzig die kreisrunde Kontur ihrer aufgerollten Ruheposition hob sich schwach vom Waldboden ab. Schnell wurden die Anderen informiert und die Kameras aufgebaut. Mit einem Tele bei 2 Meter Entfernung wurden dann "Makroaufnahmen" gemacht. Alles Feiglinge *ggg*. Naja, immerhin ist diese Schlange für die meißten Todesfälle durch Schlangenbisse in Panama verantwortlich.
Ab diesem Zeitpunkt nutzen wir sicherheitshalber Stöcker zum Wühlen im Laub. Auratus fanden wir jedoch keine mehr, dafür schreckte Stephan jedoch keine 5 Minuten später durch ein Zischen im Laub zurück. Na Bravo, da saß die zweite Botrops keine 6 Meter weiter, und genau dazwischen lag unser Auratus-Hot-Spot. Wir entschlossen uns dann doch lieber für den Rückzug und fotografierten lieber diverse Schmetterlinge.
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Nach diesem aufregenden Ausflug machten wir uns am folgenden Tag auf nach Santa Fé in der Provinz Veraguas. Vom neuen Busterminal fuhren wir mit einem Schnellbus auf der Interamericana bis Santiago (inklusiv Kill Bill II auf Video und einem Sack voll Kleinkindern die begeistert zuschauten). Von dort ging es mit einem alten Bus (ohne Auspuff) circa 40 Kilometer Richtung Norden. Etwas taub erreichten wir gegen Mittag Santa Fé wo wir im gleichnamigen Hotel zwei Zimmer bezogen.
Am nächsten Morgen ließen wir uns mit einem Pickup so weit wie möglich in eins der hinter Santa Fé liegenden Täler fahren. Weit kam der Pickup auf den schlammigen Straßen allerdings nicht, was vielleicht auch an dem fehlenden Profil an den Reifen lag. Als wir uns zu Fuß auf den Weg machten, kamen zwei weitere Geländewagen an. Diese montierten jedoch Schneeketten und machten sich auf die Tour durch den Schlamm. Dies war für uns großes Glück, denn in den Fahrspuren kamen wir besser voran.
Nach 6 Kilometer Wegstrecke, 4 Bergrücken und 4 Tälern, waren wir am Ziel unserer Tour. Hier war ein Biotop von O. vicentei. Zu hören waren aber keine Frösche, was wohl am dauernden Regen lag. Nachdem wir erfolglos die erreichbaren Bromelien neben dem Weg abgesucht hatten, entschlossen wir uns, den Fundort aufzusuchen, wo Thomas bei seinem letzten Besuch einge Tiere finden konnte. Leider wußte Thomas nicht mehr so ganz genau, wie man am besten auf das zehn Meter über dem Weg gelegenen Plateau kam. Kurz nach einer Furt stieg der Hang steil neben der Straße sowie neben dem Bach an. Von weitem hätte man den mit Büschen bewachsenen Hang für einen Waldrand halten können. Da sich keine wirklich günstige Stelle für den Aufstieg zeigte, namen wir den direkten Weg. Wie sich herraus stellte, bestand der Hang aus glitschigem Lehm (woraus denn auch sonst) und hate eine Steigung von ca. 85°. Zur Erinnerung 90° ist eine Wand. Zum Glück war der Hang ja bewachsen, so das wir uns an dem Wurzelwerk und Gestrüpp hochziehen konnten. Dabei war der Mittlere von uns Dreien noch am Besten dran. Der Erste hatte das Pech, regelmäßig Äste zu erwischen, die entweder lose im Lehm steckten oder mit Dornen besetzt waren. Und für den Letzten blieben nach zwei froschverückten Kletterern keine Haltmöglichkeiten mehr. Nach 10 Minuten Stöhnen und Ächtzen erreichten wir das Plateau. Zur Belohnung hörten wir hier oben einen vorsichtigen Oophaga-Ruf. Trotz intensiver Suche konnten wir jedoch auch hier keine Tiere finden. Nach den Rufen zu urteilen saßen sie in den Bromelien in ca. 10 Meter Höhe. Unerreichbar ohne Kletterausrüstung. Wärend wir das Plateau absuchten, fanden wir einen Trampelpfad der Richtung Bach führte. Wie sich herausstellte, hatte dieser nur eine leichte Steigung (60°) und endete vielleicht 20 Meter von unserer Aufstiegsstelle entfern bachaufwärts hinter einer leichten Flußbiegung versteckt.
Nach diesem Abenteuer machten wir uns auf den Rückweg, wobei wir feststellen mußten, das die Fahrspuren auf dem Weg wieder zusammengesackt waren. Das Ergebnis war eine ca. 20 cm dicke Schlammpiste. Die Bilder sagen mehr als 1000 Worte!
Für die insgesamt 12 Kilometer Strecke waren wir ungefähr 8 Stunden unterwegs!
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Nach diesem anstrengenden Ausflug machten wir uns am nächsten Tag auf zurück zur Karibikküste, denn wir planten die letzten 3 Tage unseres Urlaubes etwas entspannter angehen zu lassen. Dazu fuhren wir nach Bocas del Toro.

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Was wir nicht geplant hatten, war der Karneval, der dort gerade statt fand. Doch nach eingen Überredungskünsten bekamen wir dann doch noch ein Hotelzimmer. Allerdings hatten wir in dem Zimmer zu viert nur eingeschränkt Platz, was in Metern ausgedrückt einen Gang von 2 x 0,5 Metern zwischen einem Doppel und einem Etagenbett entsprach. Das Bad hatte ca. 2 qm, auf denen es der Erbauer schaffte, Waschbecken, Klo und Dusche unterzubringen! Aber immerhin ein Dach über dem Kopf.
Auf der Hauptstraße herrschte ab den Abendstunden reges Treiben. Dabei haben die Panameños einen kuriosen (und schmerzhaften) Zeitvertreib: Zwischen dem feiernden Volk treiben sich einige schwarz gekleidete teuflische Typen herum, die "fürchterliche" Masken und Peitschen tragen. Wenn die Stimmung dann langsam und mit dem Alkoholpegel korreliert steigt, trauen sich einige der Feiernden, die Teufel anzufassen, was von diesen mit Peitschenhieben auf die Beine gekontert wird. Die Kunst besteht nun darin, den Peitschenhieben auszuweichen. Allerdings gelingt dies nicht immer, was die diversen blau-roten Wunden an vielen Waden bewiesen.

In den folgenden Tagen besuchten wir einige Froschpopulationen auf Isla Colón, Isla Bastimentos, Isla Popa und Isla Solarte. Auf den Touren ließen wir uns meist von Indios führen, da diese sich am besten auskennen. Allerdings kommen die Pumilios dort in solch einer Fülle vor, das es schier unmöglich ist, keine zu finden. Egal ob am Strand, im Dorf oder auf Viehweiden, überall höhrt man das typische Kek Kek Kek. Doch trotz der günstigen ortlichen Gegebenheiten schaffte Tommy es, uns täglich zwei Kilometer über die Inseln zu führen! Besonders empfehlenswert ist der Trampelpfad auf Bastimentos zur Playa Segunda nach einem ergiebigen Schauer. Der Boden dort war wohl das glitschigste was wir im ganzen Urlaub kennen gelernt haben. Zu unser aller Freude, hat es dann auch Tommy in den Schlamm gehauen ;).
Zwischen und während den Exkursionen genossen wir natürlich ausgiebig die Karibikstrände und schnorchelten um die Wette.

Nach drei entspannenden Tagen ging es leider wieder Richtung Costa Rica, von wo aus wir zurück ins kalte und verregnete Deutschland abflogen.
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Für Stammtische o.ä. habe ich eine ausführliche Powerpoint Präsentation erstellt. Für diese sollte ca. 2 Stunden eingeplant werden. Bei Interesse melden sie sich per Mail bei mir.

Vielen Dank für Ihr Interesse
Thorsten Mahn

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