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Bau eines FroschraumesEinklappen
Bau eines Froschraumes
von Thorsten Mahn, 2008

Nach dem wir 2005 schon in unsere neue Wohnung umgezogen sind, sollten nun auch die Frösche und das Aquarium folgen. Problematisch stellte sich dabei heraus, das unser Vermieter einen Einzug des topischen Klimas in die neue Wohnung kategorisch ablehnte. Die Aufgrund von Schimmel sanierungsbedürftige alte Wohnung hat ihm gereicht ;) Also was tun?


An diesem unansehlichen Platz soll der Froschraum entstehen
© 2007 Thorsten Mahn

Entweder die Tiere bleiben in der alten Wohnung (im Anbau unseres neuen Zuhauses) oder wir müssen einen neuen Anbau für die Frösche schaffen, der Klimatechnisch von dem Wohnhaus getrennt ist. Nun, da die Frösche schon genug vernachlässigt wurden, solange sie in der alten Wohnung standen (immerhin ein Jahr) und das Heizen der inzwischen recht gammeligen Wohnung auch nicht wirklich effizient ist, entschloß ich mich für den Anbau eines Froschraumes. So war auch gleich sichergestellt, das der Raum ausreichend Isoliert ist und ich hatte die Möglichkeit, Abflussrohre und Steckdosen Terrariengünstig zu platzieren.
Nachdem die Zustimmung des Nachbarn eingehohlt und der Bauantrag durch war, konnte es losgehen. Zuerst musste ersteinmal der Schuttberg, der noch von der Entkernung des Wohnhauses übrig geblieben war, entsorgt werden. Dann wurde ein Ringfundament ausgehoben und die Bodenplatte gegossen. Nun konnten die 2,60m hohen Aussenwände aus 36,5cm dicken Ytong Steinen gemauert werden. Nachdem wir nun noch 4 Wochen auf die Zimmerleute warten mußten, haben wir Richtfest gefeiert.


Richtfest in der Abenddämmerung
© 2007 Thorsten Mahn

Rohbau
© 2007 Thorsten Mahn

Rohbau
© 2007 Thorsten Mahn
Im nächsten Bauabschnitt wurde das Dach gedeckt und Isoliert. Endlich Trocken. Obwohl den Fröschen die Feuchtigkeit wohl gefallen hätte...
Während wir mal wieder warteten (diesmal auf die Fenster) wurden die Abflußrohre, Stromkabel, Bodenisolierung und Heizungsrohre verlegt und mit Estrich vergossen. Nun sieht das ganze schon recht fertig aus. Nachdem die Fenster eingebaut sind, wurden diese gleich wieder mit 10cm Styropur Platten und Bauschaum von innen abgedeckt. Auf die nun glatten Wände wurden Rigibs Platten geklebt und verspachtelt.

Die Elektrik ist vergleichbar mit der einer Küchen oder Badinstallation. Es wurde je ein seperater Stromkreis für die Beleuchtung und die Steckdosen eingerichtet, wobei die Steckdosen zusätzlich über einen Fehlerstromschutzschalter abgesichert werden.
Für die Aquarien ist die anschaffung einer zusätzlichen USV (Notstromversorgung) geplant, so das im Falle eines Stromausfalles wenigstens die überlebenswichtigsten Systeme weiter laufen.
Alle Elektroarbeiten wurden natürlich nur vom Fachmann ausgezuführt!

Isolierarbeiten
© 2007 Thorsten Mahn

Ein Bodenabfluß darf natürlich nicht fehlen
© 2007 Thorsten Mahn

Heizungs- und Abwasserrohre
© 2007 Thorsten Mahn

Der Speicher der Solaranlage
© 2007 Thorsten Mahn

Spachtel- und Malerarbeiten
© 2007 Thorsten Mahn

Grundriss und Technik des Froschraumes
© 2008 Thorsten Mahn
Nach dem der Raum komplett mit Schimmelhemmender Farbe gestrichen und der Boden gefliest wurde, konnten die Regale der Firma 3d-Plastik aufgestellt werden. Meiner Meinung nach das Beste was der Markt an Regalen für Terrarien bietet. Die Montage erfolgt mit Hilfe von Gummihammer und Wasserwaage.
Aluminium Steckregale
Seit einigen Jahren werden estätisch anspruchsvolle Regalsystem zumeist aus Aluminium angeboten. Ursprünglich zu Präsentationszwecken z. B. in Verkäufsräumen oder Messen entworfen, eigenen sie sich jedoch auch vortrefflich zur Unterbringung von Terrarien. Die hier gezeigte Anlage besteht aus komponenten der Firma 3D-Plastic. Die sichtbaren Profile bestehen aus eloxiertem 25mm Alu-Vierkant-Rohr. Als Verbinder kommen Kunstoffzapfen mit verzinktem Stahlkern zum Einsatz. Ein sollches Regal hält bei korrekter Belastung 400 Kg je Einlegeboden aus. Für die hinteren nicht sichtbaren Streben wurden um Kosten zu sparen blanke Alu-Vierkant-Rohre verwendet.
Die Terrarien können direkt auf die Profilrohre gestellt werden. Wenn diese Art der Aufstellung gewählt wird, sollten allerdings die Streben unter den Terrarien mit Seitenschenkel gewählt werden. So können Becken später leichter aus der Anlage gezogen werden. Alternativ besteht die Möglichkeit, die Schenkel unten zu positionieren und darauf Holzplatten in der Stärke von 24mm zu legen. Zu sehen ist diese Methode bei den Abdeckplatten dieser Anlage. Nachteil der Holzplatten ist allerdings, das Risiko des aufquellens bei eventuellen Leckagen.
Der Preis pro Meter einer hier beschriebenen Anlage liegt bei ca. 150€, wobei allerdings recht schnell Rabattfähige Mengen zusammen kommen, so das effektiv pro Meter 120€ veranschlagt werden können. Vergleichbare Schwerlastregale aus Blech kosten annähernd das Gleiche ... bei spartanischer Optik.


Eingerichteter Froschraum
© 2007 Thorsten Mahn

Aus der anderen Perspektive
© 2007 Thorsten Mahn

Das Aquarium
Erstaunlicher Weise schaffte eine große deutsche Spedition es dann doch beim dritten Anlauf unser Aquarium für das Wohnzimmer in einem Stück zu liefern. Beim ersten Versuch ist ein Gabelstapler in das Becken gekracht, beim zweiten haben sie schon lieber nix mehr verraten. So mußte das Becken jedes mal wieder zurück zum Herrsteller, der es dann neu Kleben mußte. Bei Aushärtezeiten von 2-3 Wochen kann man sich ja ausmahlen, wie lange das ganze gedauert hat. Aber zu guter letzt stand das Becken mit seinen lächerlichen 260 Kg bei uns vor der Tür. Zu erst versuchten wir es mit 6 Mann zu tragen. Naja anheben ging schon, aber das war auch schon alles. Also bauten wir aus langen Alu Leitern einen "Schienenstrang" quer durch den Vorgarten bis zur Terrassentür. Auf den leitern konnte das Becken, das inzwischen nur noch auf der Holzplatte stand, leicht gezogen werden. Um durch die Terrassentür zu kommen, mußte das Becken noch auf die Seite gelegt werden, um dann auf einer Leiter in das Wohnzimmer zu gleiten. Das war geschafft. Aber wie dieses Teil auf den einen Meter hohen Sockel bekommen? Ganz einfach, wir hoben die Leiter, auf dem das Becken immer noch stand, stückweise auf jeder Seite an und unterfütterten das Ganze dann mit allen erdenklichen Sachen, die uns stabil genug erschienen. Wie auf den Bildern zu ersehen, haben wir es geschafft. Hier noch einmal ein paar Maße, um sich das ganze besser vorstellen zu können:
Länge 200 cm
Höhe 70 cm
Tiefe 100 cm
Glasstärke 15 mm
Gewicht 260 Kg
Volumen 1400 Liter

Das Aquarium ist da!
© 2007 Thorsten Mahn

Und es steht an seinem Platz
© 2007 Thorsten Mahn

Unterwasser Rohbau
© 2007 Thorsten Mahn
Nun fehlten nur noch drei 100mm Wanddurchbrüche zum Froschraum, durch die die Wasserleitungen und die Abluft vom Aquarium laufen sollten. Jegliche Technik, von der Beleuchtung mal abgesehen, steht im Froschraum. Um die Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen durch das Aquarium nicht zu erhöhen, wird durch einen extrem leisen Lüfter die Luft aus den Lampenkasten in den Froschraum gedrückt. Von dort wird sie über einen Wärmetauscher nach draußen befördert. Gleichzeitig wird Frischluft von draußen angesaugt und vorgewärmt in die Wohnräume geleitet.

Das Aquarium nach einem Jahr Standzeit und einigen Investitionen ...
© 2008 Thorsten Mahn
Springschwanzucht
Unter je 6er Terrarien, d.h. je Meter Regal, befindet sich eine Schublade aus Glas, in der ich Springschwänze züchte. Als Substrat kommen leicht feuchte Kokos-Schnipsel zum Einsatz. Zum Verfüttern liegen auf dem Substrat kleine Brenntorf-Platten, von denen die Springschwänze in die darüber liegenden Becken abgeklopft werden. Tiere die sich auf dem Weg ins Becken der verfütterung entziehen wollen, fallen automatisch zurück in die Schublade. Gefüttert wird Trockenhefe mit einem 500g Salzstreuer, wie er in Imbissen benutzt wird.

Update 23.09.2008:
Die ursprünglich mit Silikonscharnieren befestigten Deckel werden jetzt nur noch auf die Schublade gelegt, da sich das Silikon teilweise vom Glas löste. Als Auflage wurden 2cm Glasstreifen an beiden Seiten der einzelnen Fächer geklebt.
Die Brenntorfziegel wurden gegen 4 x 1,6 x 15 cm gehobelte Kiefernholz Klötze (für Regale, gibts im Baumarkt) getauscht. Die Klötze sind leichter zu reinigen und "verschleimen" nicht so schnell.

Springschwanzschublade
© 2007 Thorsten Mahn
Larvenaufzucht
Auch wenn gesagt wird, Quappenschubladen mit Überlauf-Dosen seien siffig, nutze ich gerne diese Methode. In Verbindung mit einer automatischen Wasserzufuhr gibt es nichts bequemeres. Die Bodenscheibe in dieser Schublade wurde diagonal schräge eingeklebt und der Wasserabfluß ist in der Rückwand, da sich darunter eine weitere Schublade befindet. Unter den Dosen befinden sich zusätzlich 2 Silikonstufen, um ein zügiges ablaufen des Wassers zu gewähren.


Update 23.09.08: Da beim Nachfüllen von Frischwasser über die Nachfüllautomatik lange nicht alle Schmutzpartikel und Fäkalien aus den Dosen gespült wurden, habe ich aus dem Großteil der Dosen den Boden herausgetrennt und durch ein Kunstoffgitter ersetzt. Jetzt steht in der kompletten Schublade ca. 3cm hoch Wasser, das für den Wasserwechsel komplett abgelassen wird. Dabei werden alle Schmutzpartikel nach unten durch das Gitter gesaugt.

© 2009 Thorsten Mahn


Quappenaufzucht
© 2007 Thorsten Mahn

16550|200
Automatische Spülung der Quappenbecher
Zur Arbeitserleichterung wird über PVC-Rohre Wasser in die Becher gepumpt. Je Becher befindet sich eine 1 mm Bohrung auf der Unterseite der 10mm PVC-Rohre. Gespeist wird die Spülung aus einem Aquarium, in dem das Wasser absteht und sich auf Zimmertemperatur erwärmt. Die Pumpe (Eheim 1048) wird alle 3-4 Tage für ca. 1 Minute aktiviert, so das mindestens ein Becherinhalt hinzugegeben wird.

Update 23.09.08: Entfällt, siehe Larvenaufzucht
15908|200
Froschaufzucht
Früher saßen meine Landgänger in diversen Kunstoffdosen, die wo gerade Platz war, mehr oder weniger, im Weg rum standen. Da für Landgänger ein schnell zu reingendes Becken, bei dem die Höhe keine Rolle spielt nötig ist, baute ich mir Versuchsweise eine Schublade mit 5 seperaten Fächern. Die einzellnen Boxen sind Kunstrasen Kokosnussschalen und Laub ausgestattet. Unter der untersten Schublade ist zur reserve eine Heizmatte geklebt, die allerdings dank der Luftumwälzung im Froschraum noch nicht gebraucht wurde. (siehe Deckenventilator)
14941|200
Drosophilazucht
In dieser Schublade befinden sich 2 große Fächer, in denen jeweils große und kleine Drosophila leben. Alle 7 Tage werden neue Dosen mit frischem Brei in die Schublade gestellt. Die Dosen, in denen die Fliegen schon ihre Eier abgelegt haben (also aus der letzten Woche), werden dabei entfernt und mit Gaze verschlossen. Die Fliegen verbleiben dabei in der Schublade. Nach einer weiteren Woche schlüpfen die Fliegen. Von jedem Schlupf wird ein Teil Fliegen in die Schublade gegeben. So befinden sich immer Fliegen aller Altersstadien in der Schublade.

Seit dem ich diese Methode der Fliegenzucht benutze, hat sich die Ausbeute erheblich und konstant erhöhnt, da Ausfälle durch Animpfen mit zu jungen oder alten Fliegen nicht möglich ist.
14942|200
Deckenventilator
Für die gleichmäßige Verteilung der warmen Luft und um dem Schimmel etwas vorzubeugen, läuft der Ventilator 24 Stunden am Tag auf niedriger Stufe.
14943|200
Waschtisch
Der rollbare Waschtisch ermöglicht das Pflegen der Terrarien direkt vor Ort. Die Scheiben können in der Kunstoffwanne leicht gereinigt und abgespült werden, ohne das die Ecken absplittern oder die Waschtischkeramik im Bad zerkratzen könnte. Vor dem abtrocknen werden sie mit einer Abziehlippe vom Wasser befreit. Ein weiterer Vorteil ist, das keine zweite Person benötigt wird, um die Frösche während des Reinigunsvorganges zu beaufsichtigten.
15228|200
Kontaminations-Sperre
Sicherheitshalber wird das Abwasser tropfenweise in eine Abwasserrinne aus einem aufgeschnittenem PVC Rohr geleitet. Wichtig ist dabei, das der Randbereich völlig abtrocknet, weil ansonsten Viren, Keime und Bakterien über den Wasserfilm in anderen Terrarien wandern könnten. Idealerweise hat der Schlauch natürlich keine Verbindung mit dem PVC-Rohr.
14944|200
Schimmelbildung
Als die Außentemperaturen im Herbst sanken, bildete sich trotz der starken Isolierung an einigen Stellen Wärmebrücken, die zu Kondenswasser an den Wänden führten. An diesen Stellen folgte kurze Zeit später der erste Schimmel. Ein verstärktes Lüften hat das Problem erst einmal gebremst. In Zukunft wird der Wärmetauscher für eine effektive Lufterneuerung sorgen, so das die Luftfeuchtigkeit hoffentlich unter 70% gehalten werden kann.
15238|200
Zwangsbelüftung
Zu Testzwecken habe ich PC Lüfter an einer Stelle in das Regal verbaut. Ein Temperaturunterschied konnte jedoch nicht festgestellt werden. Die Ursache hierfür liegt vermutlich an den nach hinten offenen Regalen und der Raumluftumwälzung durch den Deckenventilator.
15239|200

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